Montag, 11. August 2008

Party.San Metal Open Air 2008 - Festivalbericht

Mieze, Boy & Jarne + Die Party.San Crew präsentierten uns über Monate hinweg eine ständig wachsende Speisekarte und Anfang August war es schließlich soweit: Es ist angerichtet und 9000 Hungrige kommen nach Bad Berka und wollen aus dem Death-Black-Thrash-Grind-Topf naschen. Vielen war die letztjährige Schlammschlacht noch bestens bekannt, doch sollte der Wettergott uns 2008 wohl gesonnen sein. Dies, sowie das Versprechen der Veranstalter aus Fehlern von 2007 zu lernen und weitere Verbesserungen durchzusetzen, ließ die Meute mit freudigen Erwartungen ins Weimarer Land anrücken.

So auch wir, die Donnerstag gegen 17.30 Uhr anrollten. In 2er Reihen wurden die Autos nach Glas abgecheckt. Im Gegensatz zu 2007 blieb uns diesmal eine Großrazzia im Auto erspart. Glas wäre bei uns sowieso nicht auffindbar gewesen. Die relativ späte Anreise hat uns letztendlich einen etwas abgelegenen, aber durchaus aktzeptablen Parkplatz beschert. Unsere Nachbarn waren einerseits eine Truppe aus Saalfeld, auf der anderen Seite Thierry mit seiner Freundin, beides Franzosen. Thierry´s Opel bestach durch kultige Sodom- und Artillery-Aufkleber. Nach kurzer Aufbauphase (wobei wir auch noch nebenbei den Franzosen Pavillon-Aufbauhilfe gaben), stand unser Wochenendhaus.

Nach ein paar Metern Fußmarsch waren wir dann erstmals am Festivalplatz. Soweit alles beim Alten: Metstand links, Nagel Food rechts hinten, zentral die Biertheke. Kurze Besichtigung der Merchandise-Stünde und schon war´s 20 Uhr.
Nach einer kurzen Ansprache des Veranstalters war es Zeit für den Opener Purgatory! Die Sachsen ballerten ihren Death Metal auf die wartende Masse los. Natürlich wurde auch die 2008er Scheibe "Cultus Luciferi - The Splendour of Chaos" bedacht und lautstark präsentiert. Ein großartiger Start für ein großartiges Festival!


Den Nachfolger Deadborn, der übrigens ein paar ehemalige Necrophagist-Mitglieder beheimatet, hatten wir nur ein paar Minuten gesehen, da noch ein kurzer Besuch am Auto angesagt war. Sie spielten grundsoliden Todesstahl, der vor Ort viele Besucher begeistern konnte.

Die Musiker mit den Namen 3818.w, Pi: 1T 5r , v.03/170, 10.XIXt und R 215k - kurz Farsot aus Gotha verpassten wir aus diesem Grund auch.
Pünktlich zu Skyforger aus Lettland waren wir wieder da und konnten uns vom qualitativ hochwertigen Folk/Pagan-Metal überzeugen. Leider war hier ein Bandmember erkrankt, so daß die Truppe nicht vollzählig erschien.


Den krönenden Abschluss des Abends sollten die Schweden Dismember bestreiten. Die Mannen um Sänger Matti Kärki konnten aus einer umfangreichen Songauswahl wählen und bescherten uns Death Metal der Extraklasse. Dismember sind auch nach 20 Jahren nicht zum Alteisen zu zählen!

Wer noch Energie und Durst hatte, konnte sich anschließend ins Bierzelt zur Metaldisco betätigen und hier noch den Kopf kreisen lassen. Queen´s "Bohemian Rhapsody" war hier der letzte Song und der Donnerstag damit vorbei.

Der Freitag begann für uns erst mit den Schweden Black/Thrashern Tyrant, während Irate Architect und Defloration hielten wir uns noch am Zeltplatz auf. Die Musik der Jungs aus Eskilstuna wußte zu gefallen. Tyrant mußten sich auf ihr bisher einziges Album "Reclaim the Flame" beschränken. 2 der Tyrant-Member sind übrigens auch bei The Black beschäftigt, wo auch eins Jon Nödtveidt mitlärmte. Bassist Daniel Ekeroth hatte am Samstag auch noch mit Insision einen Auftritt.

Die nun folgenden Holländer Hail of Bullets waren wie angekündigt Pflichtbesuch. Sänger Martin van Drunen begrüßte, wie schon 2007 mit Asphyx, die Fans auf deutsch. Aus dem Vergleich der Anwesenden mit "tollwütige Hunde" wurden zwar "tollwuchtige Hunde", musikalisch hagelte es Old School Death Metal von der Bühne.

Bei den US-Amerikanern Lividity war eine kurze Verschnaufpause im Bierzelt angesagt, den Death/Grindbegeisterten dürfte die musikalische Darbietung aber gefallen haben.
Kampfar standen nun am Programm - Viking Metal! Auch wenn man Dolk auf den ersten Blick fast für einen Chippendale hätte halten können - musikalisch gabs feinsten Stoff aus Norwegen zu hören. Höhepunkt war das epische "Hymne" von der 95er EP, bzw. dem Debüt.


Viking Metal Runde 2: Nach kurzer Pause ging es mit Tyr von den Färöer Inseln weiter. Tyr verstanden es gekonnt, die traditionellen Balladen ihrer Heimat in das Gewand des Heavy Metal zu hüllen. Beim Song "Hail to the Hammer" wurde auch im Publikum der Hammer geschwungen (siehe Bild).

Nach 11 Jahren rauften sich die Schweden von Unanimated wieder zusammen und präsentierten auf dem Party.San lange nicht mehr gehörten schwedischen Melodic Death Metal.

Im Anschluss folgten die Kieler Black Metaller von Endstille. Sänger Iblis erinnerte mich irgendwie an Marduk´s Mortuus (nach 4 Wochen Fitnessstudioaufenthalt), was die spätere Kunstblutbesudelung noch verstärkte. Musikalisch wurde hier das Gaspedal durchgetreten und das Kriegskonzept eindrucksvoll vertont.

Bloodbath - der Name war Programm. Die Schweden um Opeth-Fronter Mikael Akerfeldt kamen mit ihrem Death Metal der alten Schule sehr gut bei den Fans an. Wie auch Bolt Thrower spielten sie das einzige Open Air 2008, was entsprechend gewürdigt wurde.

Wo wir schon beim Thema sind: Bolt Thrower entschieden sich für ihren einzigsten Festivalauftritt 2008 für Bad Berka und sagten in Wacken ab. Des einen Freud ist des anderen Leid, denn das englische Urgestein gilt als Garant für kreisende Matten. Und sie enttäuschten nicht. Songs wie "Mercenary" ließen niemanden still stehen und sorgten für einen zufriedenen Abschluss des Freitags.

Endspurt am Samstag. Noch 11 Bands gab es zu lauschen.
Imperious Malevolence waren mir bisher nur von myspace bekannt, aber das wollte ich mir nicht entgehen. Die Brasilianer hatten als erste Band des Tages zwar einen schwierigen Start, aber deren brutal-präzises Gehämmer und deren Fanatismus am Metal fand schnell Gefallen. Aus einer handvoll Leuten vor der Bühne wurde schnell ein begeisterter Haufen Menschen.

Insision und Facebreaker wurden gegen einen Aufenthalt am Auto getauscht und pünktlich um 16.45 Uhr hatten sich die Norweger von Koldbrann angekündigt. Mannevond und Co. bedienten sich aus ihren beiden Alben "Nekrotisk Inkvisition" und "Moribund", spielten aber auch von der neuen EP (erscheint im August) den Song "Opium Fields Forever". Daß Koldbrann mit Endstille zusammenarbeiteten, ist bekannt. Und so kam zu "Bestial Swarm" nochmal Iblis mit auf die Bühne.

Rein optisch hätte die nächste Band "Die Ärzte" heißen müssen. Geht natürlich nicht, denn das waren General Surgery aus Schweden. Der obligatorische Ärztekittelgrind am PSOA!

Maroon waren nicht ganz unser Ding, deshalb glänzten wir hier auch mit Abwesenheit.

Vreid kamen im Einheitslook und spielten begeisternden Black´n´Roll. Natürlich darf man die Band Windir nicht vergessen, dennoch ist Vreid ein Neubeginn für diese begnadeten Musiker.

Impaled Nazarene fingen scheinbar ein paar Minuten zu früh an, denn wir hörten die Finnen schon kurz vor 20.45 Uhr, aber vielleicht lags auch an der Uhr. Die verrückten Finnen spielten ein schnelles Brett, Klassiker wie "Sadhu Satana" und "The horny and the horned" waren zu vernehmen. Irgendwer hatte im Publikum einen rosafarbenen Ball in die Fanmenge gebracht, welcher dann so lange durch die Luft flog bis er auch irgendwann Sänger Mika ins Zentrum seiner Männlichkeit traf (so sah es jedenfalls aus). Schien zwar nicht so schlimm gewesen zu sein, aber er schien dann etwas angepißt zu sein.

Die früher unter Occult firmierenden Holländer (spielten vor ein paar Jahren schonmal am PSOA) enterten jetzt als Legion of the Damned die Bühne und entfachten ein wahres Thrash-Feuerwerk. Mir war deren Musik zwar weniger geläufig, doch der Begeisterung der Fans konnte man sich nur anschließen.

Die Polen Behemoth hatte ich zuletzt vor 8 Jahren gesehen. Nach Installieren von 2 Doppeladlern und dem Bühnentransparents des Cover vom letzten Album (" The Apostasy") legten die Jungs aus Danzig los. Ich kenne leider nur die älteren Songs (aus deren Black Metal Phase). Dennoch war es ein sehr guter und energiegeladener Auftritt des Co-Headliners.

Eine der dienstältesten Florida-Death Metal Bands konnte als Samstags-Headliner verpflichtet werden. John Tardy ist seit 1984 gestandener Frontmann (damals noch als Executioner) und man merkt es ihm nicht an, also nix mit Opi-tuary: um Mitternacht enterten Obituary die Bühne und legten druckvoll los. Der Mob tobte und bei "Slowly we rot" gabs kein Halten mehr.
Die Jungs aus Brandon hatten den Headlinerstatus wahrlich verdient. Nach 1 1/2 Stunden neigte sich das Geschehen auf der Hauptbühne dem Ende zu. Natürlich ging es dann noch bis zum Morgengrauen mit Metaldisco im Zelt (u.a. auch mit den beliebten Einspielungen von u.a. von ABBA) weiter. Wir zogen allerdings hier den Platz im Schlafsack vor.

Fazit: Das bisher beste Party.San! Vielen Dank an den Veranstalter und sämtliche Helfer für das tolle Wochenende. 2009 wird das hoffentlich noch toppen, erste Bandbestätigungen sind bereits eingegangen.

Hier ist noch der Link zum Webalbum. Leider sind nicht alle Fotos 100%ig geworden, aber bei den Fotografierumständen verständlich.


Party.San Metal Open Air 2008

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Schön, dass es gefallen hat! Da habe ich mir als altes PSOA-Crew-Mitglied wenigstens nicht umsonst den Arsch aufgerissen ;-)