Nach nun mehr 10 Jahren Wartezeit war es nun endlich soweit - der Hüter des Nordens
enterte die Wiesen, die die Welt bedeuten...
Mein Fazit von Wacken? Ein Fest, das seines Gleichen sucht...
- Mehr als 100.000 Leute haben sich auf dem Festivalgelände rumgetrieben
- Mehr als 80 Bands haben den Norden DE für ein WE metallisch beben lassen
- Mehr als 250 Fußballfelder groß war die Wacken Festival-Zeltstadt
- Mehr als 2500 Journalisten aus über 20 Ländern der Erde waren anwesend
- Mehr als 2000 Arbeiter und Helfer haben das W:O:A erst ermöglicht
Die Zahlen alleine sprechen schon für sich. Doch weil man ein Festival nicht an seiner Quantität, sondern Qualität messen sollte, folgt nun der Bereicht eines wahren Gläubigen.
Bereits am Mittwoch, 30.07.08, habe ich meine Reise in den hohen Norden angetreten. Für mich nicht die erste, aber die bedeutendste meiner Pilgerreisen. Immerhin habe ich seit mehr als 10 Jahren vom Wacken geträumt und geduldig gewartet, bis es endlich soweit war. Man fährt nicht einfach so auf Wacken. Man folgt vielmehr seinem Ruf. In diesem Jahr wusste ich, dass meine Zeit gekommen war. Am frühen Morgen gegen 08.00 Uhr bin ich im schönen Thüringen gestartet und direkt über die A7 nach Kassel geflogen. Dort hies es ersteinmal den Gastank auffüllen und die letzten Utensilien aus der Zweitwohnung (z.B. Bier) noch einpacken. Danach hat sich das Nightwishmobil auf den langen Weg über die Arterie Deutschlands (A7) gen Wacken gemacht. Überraschenderweise an diesem Tag kein Stau.Nur viele geile Leute und W:O:A-Autos auf der Autobahn soweit das Auge reicht. Selbst der Zwischenstop am Rastplatz Hamburg wurde bereits zur ersten Metalparty auserkoren. Danach ging es aber zügig weiter... durch den dunklen Elbtunnel...vorbei an der Nordsee und Itzehoe direkt nach Wilster, unserem Quartier während des Ausnahmezustands. Das Hotel lässt sich mit Prädikat "einfach und rustikal" sehr gut einordnen. Der Mittwoch diente ausschließlich der Essens- und Bierverkostigung sowie dem ersten Aufeinanderprallen mit Einheimischen und natürlich den Metalheads (in diesem Fall aus Stuttgart und Holland). Die Kommunikation fand dabei hauptsächlich auf Englisch und per Trinkspruch statt. Das wars auch schon zu Tag 1.
Was danach folgt, erscheint mir heute wie ein Traum, aus dem man nur ungern aufwachen möchte. Am Donnerstag Morgen sind dann auch meine Hannover Jungs eingetroffen und die Party konnte starten. Nach den üblichen ersten Meet & Greets und "Sit ins" sowie "Come togethers" haben wir uns dann per Taxi auf dem Weg zu den Maiden-Göttern gemacht. Vorher sollten wir allerdings noch von Leave's Eyes verzaubert werden. Die Band um Frontsirene Liv Kristine eine absolute Wohltat. Vor Maiden hinterließen vor allem Airbourne einen bleibenden Eindruck. Die Australier wissen, wie man rockt. Dann sollte es endlich soweit sein - IRON MAIDEN stürmen die Bühnen und wissen, wie man seine Fans in den absoluten Siegestaumel versetzt. Für die alternden Briten, die nix von ihrer Durchschlagskraft verloren haben, wird der Auftritt in Wacken zum absoluten Triumphzug. Aus fast 70.000 Kehlen erklingen die Lieder text- und siegessicher. Jeder Song wird frenetisch gefeiert. Als dann Onkel Bruce mit dem Great Britain-Banner und Freund Eddie die Bühne stürmen, kennt die Masse kein Halten mehr. Das Konzert wird zu einer Heavy Metal Messe und keiner ist mehr allein an diesem glorreichen Abend. Für Maiden ist es der größte Auftritt ever in Germany und für die Fans ist an diesem Abend ein Highlight schon vorüber. Aber wo man hinblickte, nur strahlende erschöpfte Gesichter.
Aufgrund einer eher zurückhaltenden Bierkonsums am Vorabend ging es uns Freitag dann ziemlich gut und so haben wir uns dann doch relativ früh wieder nach Wacken aufgemacht. An diesem Tage ging es dann endlich etwas härter zu Sache. Neben Crematory, Soilwork, Gorgoroth, Opeth, Children of Bodom, The Haunted, Massacre und Ensiferium gab es auch reichlich Power Metal ala Kamelot, Sonata Arctica und natürlich AVANTASIA. Tobias Sammet und sein Al-Star-Ensemble haben an diesem Abend den wohl besten Gig ihrer Kariere und auch den besten Festivalgig in Wacken 2008 gezockt. Was für ein Hammerkonzert - mir ging es in der 2. Reihe dabei ziemlich gut, obwohl das Gedränge schon heftig war. Aber jeder blaue Fleck war es wert. Vor allem die Songs vom neuen Album "The Scarecrow" (z.B. "Lost in space" und "Twisted Mind") sowie "Avantasia" und "Serpents in paradise" haben gerockt wie Sau...und die Massen waren nun nicht mehr zu halten. Geiler Abend...der mit Crematory und den Vollblutsatanisten Gorgoroth ein hartes und sicherlich überraschendes Ende hatte. Denn die Norweger Gorgoroth konnte vor allem mit ihrer Feuer-Sadomaso-Kreuzigungs-Liveshow viele der Besucher doch ganz gut schocken. An dieser Stelle ist die Band Children of Bodom etwas zu kurz geraten. Die finnsichen Helden um Alexi Laiho haben meiner Ansicht nach den besten Wackengig nach Avantasia hingelegt. Ein großartiges Brett mit tollen Hymnen ("Bodom Beach Terror"!!!) und lustigen Coversongs ("Umbrella" von Rihanna..."Ghostriders in the sky" von Johnny Cash..."The final countdown" von Europe...) haben die Fans vollkommen ausflippten lassen...
Tja, bleibt uns noch der Samstag. Ein sehr verheißungsvoller Start. Denn mit Bands Exodus, Kreator und At The Gates macht man bekanntlich nix falsch. auch die Jungs von Killswitch Engage und As I Lay Dying haben ordentlich gebangt. Für mich waren an diesem letzten Abend Nightwish und Lordi eine reine Offenbarung. Viele Festivalbesucher haben sich nicht gerade positiv über Anettes Gesang geäußert. Ich fand Nightwish absoulte Klasse und war im Rausch der Sinne. Gerade die neuen Songs gingen absolut nach vorne und "The poet and the pendulum" war der beste Livesong des ganzen Festivals. Eine tolle Show, große Emotionen und Anette sieht verdammt nochmal für ihre 37 Jahre absolut Hammer aus. Das muss an dieser Stelle auch mal sein! Und dann kam als letzter Ohrenschmaus Finnlands ganzer Stolz - LORDI. Die Band ist einfach die ROCKsensation der letzten Jahren. Die Jungs haben nur Hits im Schlepptau und einer der Hits ("They only come out at night") wurde gesanglich sogar von der deutschen Metallegende U.D.O. supported. Was für ein Abschluss - HARD ROCK HALLELUJA!
Mein Bericht für Loosi Blog ist ziemlich durcheinander, hektisch, emotional und direkt-komprimierend konzipiert. Genau sofühle ich mich im Moment auch. Das Festival hängt mir noch ziemlich nach. Nicht körperlich, sondern herzlich...man kommt nach seinem Wacken nicht als derjenige heim, als der man damals seine Pilgerreise angetreten hat. Wacken hat mich tief berührt und verändert. Seitdem erscheint vieles in einem anderen Licht, manches ist im Schatten verschwunden.
Wacken hat mir vor allem gezeigt, dass es im Leben so viele wichtigere Dinge gibt, als den ganzen Alltagsscheiß und die sinnfreien Partys, die man sonst feiert. Außerdem hat Wacken eine Botschaft
- Zu Gast bei Freunden - WELCOME METALHEADS -
In Wacken spielt deine Herkunft, dein Aussehen, dein sozialer Status und deine Vergangenheit keine Rolle. Hier sind alle einfach nur Metalheads und verschwenden keinen Blick zurück. Die Freundlichkeit, Offenheit und der frenetische Jubel dasganze Wochenende über sind absolute Ausnahme in diesem Land und zeigen mir, wie man mit stolzer Brust und offen für alle Welt zeigt:
ICH BIN ANDERS & WERDE ES AUCH BLEIBEN!
Diese Botschaft war & ist ein wichtiges Signal für mich und hat in meinem noch jungen Leben eine neue Etappe eingeleitet.
Ich habe mir bereits am 04.08.08 mein Ticket für das 20. W:O:A geordert...aus purer Angst, die Karten könnten zu früh weg seinund man verpasst das nächste Walhalla. Zum Jubiläum darf bereits kräftig gesponnen werde...Gerüchte sprechen von AC/DC, Metallica und Rammstein als Headliner...nun ja...lassen wir uns überraschen...
NICHT LANG SCHNACKEN - AUF NACH WACKEN! oder: "FREIES KACKEN NUR IN WACKEN"!
In diesem Sinne Adios & bis bald my friends!
Or like Bruce said: "Move the fucking cran - show me the audience"!
Hüter des Nordens Thüringen 2008, 20 Tage nach Wacken
Und hier geht´s zum Wacken-Webalbum:
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