Montag, 17. August 2009
Sonntag, 9. August 2009
Party.San Metal Open Air 2009 - Festivalbericht
Nach einem Jahr Wartezeit war es endlich soweit - die Hölle wurde wieder nach Bad Berka verlegt.
Unsere Abfahrtszeit wurde auch auf 10.00 Uhr erstmalig vorverlegt, so daß wir die Hoffnung in einen Platz setzten, der uns näher an die Festivalarea bringt. Nach 130 km Fahrt standen wir dann endlich am Geländeeingang. Das Filzen nach Glasflaschen (die es bei uns eh nicht zu finden gab), ging schnell von der Hand. Die Security hatte mehr mit einem Bus aus Holland zu tun, der zu dieser Zeit neben uns stand. Die frühere Anfahrt hat zumindest platzmäßig nicht viel gebracht, denn wir standen da wo wir eigentlich immer standen. Natürlich ist das auch nicht sooo wild, da man dort eine Ecke vom staubigen Feldweg entfernt, und das Gelände eh in wenigen Gehminuten zu erreichen war. Nach dem Aufbau der Wochenendbehausung und unseres absolut standhaften Sonnenschirms wurden die Bändchen geholt und das erste kühle Blonde geschlürft. Erste Kommunikationsversuche in die Nachbarschaft stellten sich als Glücksfall heraus. Locke (44) und Micha (48), zwei alte Metalhasen und überaus nette Personen komplettierten unsere Wochenends-Wiesen-WG, die mit interessanten Gesprächen, dem ein oder anderen Bier und viel extremer Musik aus dem DS-Crew-Radio untermalt wurden.

Doch nun zum Festival:
Die Ansprache wollte ich dieses Jahr mal hören, ist aber leider durch leichte Verzögerung unsererseits mal wieder ins Wasser gefallen. Aber egal, die Berliner POSTMORTEM lärmten kurz darauf schon los. Man merkte, daß das Publikum heiß war, und so wurde die Band als Opener gut abgefeiert. Foto hab ich von der Band leider nicht geschossen.
Nach kurzer Umbaupause enterten die Polen AZARATH die Bühne und bliesen uns mit ihrem satanisch angehauchten Todesmetall gut um die Ohren. Hinter der Schießbude saß niemand Geringeres als Inferno von Behemoth, welcher wie auch 2 weitere Mitglieder noch in den momentan verschollenen Damnation tätig sind, bzw. waren.

Sehr technisch fielen die angetretenen PSYCROPTIC aus Australien aus. Nicht so unser Ding, doch wer auf Frickeldeath steht, hat hier sein Fressen gefunden. Drummer David Haley ist übrigens auch bei Blood Duster tätig.

Je später der Abend, desto schwärzer die Musik. DESTROYER 666 standen nun am Plan. Die ehemaligen Landsmänner von Psycroptic zeigten auch hier, wie geschwärzter Thrash der Neuzeit zu klingen hat. Ihr neues Album "Defiance" wurde auch entsprechend bedacht. An den Trommeln war auch wieder Mersus (Homicide, Zarathustra, ex-Old), also ein Mann aus deutschen Landen, zu hören.

Und schon sind wir beim Headliner. MARDUK machten ihre Ankündigung wahr, das gesamte Album "Panzer Divison Marduk" runterzurasseln. Und sie hielten Wort! Von der ersten Note an gabs Dauerfeuer. Danach war noch genug Zeit um Songs wie "Of Hells Fire" oder "The Levelling Dust" von Rom 5:12 zu spielen. Die Blutbesudelung mit dem Kelch durfte auch wieder nicht fehlen. Ein würdiger Abschluss für den Donnerstag!






Der Besuch im Zelt zu den Konservenklängen vom Hellborn Radio erwies sich als relativ kurz, irgendwie war dann doch die Luft raus. Kleiner Absacker und ab in die Waagerechte.

Samstag wurden wir in den Morgenstunden unsanft von der gnadenlosen Sonne quasi aus dem Zelt gebrannt. Eigentlich wollte ich eh SUMMERS DYING weglassen und hatte mich auf GLORIOR BELLI gefreut. Diese konnten ihre Reise nach Bad Berka allerdings wegen personellen Problemen nicht antreten. Für die Franzosen sind die Leipziger GRABAK eingesprungen. Doch irgendwie fehlte die Lust, den schattigen Pavillon zu verlassen. SOLSTAFIR war dafür jedoch fest eingeplant. Leider fingen die Isländer ein paar Minuten zu früh an, so daß ich die ersten Minuten auf dem Weg zur Festivalarea hören mußte. Die Band selbst hielt, was sie auf ihrem aktuellen, und für mich sehr starken Album "Köld" zeigten - hier wurde weniger die Keule rausgeholt, sondern eher auf epische Klangwelten gebaut. Eine gute Abwechslung - das gefiel auch dem anwesenden Publikum.


Auf DEN SAAKALDTE hatte ich mich schon sehr gefreut. Beinhaltet die Band doch Mitglieder von Shining, 1349, Koldbrann oder auch Nidingr (um mal einige zu nennen). Daß ein Auftritt von Kvarforth keine Durchnittskost ist, hatte ich schon gelesen. Um so größer war die Spannung, als die Truppe die Bühne betrat. Die Augen suchten auch nach einem Trompeter, darauf mußte man leider verzichten. Natürlich orientierte man sich beim ersten und bisher einzigen Album "All hail pessimism". Kvarforth kam mit ner Jim Beam Flasche auf die Bühne, die er dann auch noch mehrmals ansetzte. Fanfreundlichkeit des Sängers war hier nicht zu vernehmen (hatte von ihm auch keiner erwartet) und so entblößte er später seinen Oberkörper mit dem Spruch "Ihr seid alle Wichser". Ach ja, bei "La Vinteren Vare Evig" hatte er sein Ziel mit Jim Beam erreicht: Er kotzte mehrfach von der Bühne und drückte später noch eine Zigarette auf seiner Brust aus. Rein musikalisch gabs bei dem theatralischen Auftritt nix zu meckern, die Jungs verstehen ihr Handwerk.







EVOCATION, SWALLOW THE SUN, HATE ETERNAL, THYRFING und MISERY INDEX wurden gegen einen Besuch am Zelt getauscht. Es war ohnehin ziemlich heiß und etwas Ruhe vor den beiden Headlinern konnte auch nicht schaden. Nebenbei konnten wir dem ein oder anderen Festivalbesucher noch helfen, den Weg zu finden.

Pünktlich zu UNLEASHED waren wir dann wieder am Gelände. Mit einem großen Banner des Covers von "Hammer Battalion". Die Mannen um Frontmann Johnny spielten gut gelaunt auf. Beim Song "Hammer Battalion" durften sich die Fans beim Refrain beteiligen. Ein kurzweiliger Auftritt. Unleashed hätten sicherlich noch ein paar Stunden dranhängen können.

Nach 9 Jahren durfte ich endlich wieder einem SATYRICON-Gig beiwohnen. Nachdem die Bühne hergerichtet war (auffällig der Y-förmige Microständer im Logodesign), betrat die Truppe um die Hauptakteure Frost und Satyr die Bühne. Gerade die neueren Songs sind mir weniger bekannt, aber ich glaube, die sollte ich mir auch mal in die Sammlung holen. Erkannt hatte ich "K.I.N.G", "Now, Diabolical", "Den Siste" (mal wieder was in Muttersprache vom neuen Album!), "Forhekset", "Fuel for Hatred" und natürlich das unverzichtbare "Mother North" als Zugabe (wo die Anwesenden anfangs ganz in Fear-of-the-dark-Manier im Chor gesungen haben). Probleme gab es anfangs mit dem Keyboard von Jonna Nikula. Trotz Soundcheck setzte das Gerät anfangs aus. Die Roadies holten es von der Bühne, kamen kurz darauf wieder zurück - allerdings ohne Erfolg. Also wieder Stecker raus und nochmal runter von der Bühne. Satyr war davon wohl ziemlich angepisst und schleuderte den Keyboardständer hinterher. Jonna blieb in der Zwischenzeit nicht untätig und betätigte sich als Headbang-Animateurin. Der dritte Versuch mit dem Tasteninstrument bescherte glücklicherweise Erfolg und so konnte die Tastenfrau auch mitmusizieren. Am Bass spielte übrigens Anders Odden von Apoptygma Berzerk.





Der anschließende Aufenthalt im Zelt gestaltete sich wesentlich länger als am Vorabend. Man war vom Nachmittag/Abend auch gut ausgeruht.


Endspurt Samstag! Auch hier begann der Morgen wie das Aufwachen in einem Backofen. Der Besuch im Frühstückszelt gestaltete sich trotz temporärem Kaffee- und Brötchenmangel als lohnenswert, da wir dieses Jahr auf eigenes Essen verzichteten und die Preise für Essen ja auch erschwinglich waren.
HELLSAW, BENEATH THE MASSACRE, PAGANIZER und ROTTEN SOUND waren ja zumindest teilweise im Vorfeld angepeilt. Aber ich war ehrlich gesagt relativ froh, wenn ich die Sonne mied. Am Nachmittag wurde es etwas wolkiger und so war die erste Band dann ein Wiedersehen mit einem Bekannten. Kvarforth, die Zweite - her comes SHINING.
Das der Mann ja nicht gerade als Schwiegermamas Liebling durchgeht, hatte er am Vortag ja schon bewiesen. Und auch hier kam er wieder mit ner Jim Beam Buddel auf die Bühne, der Mageninhalt blieb allerdings diesmal drin. Dafür durfte ein Bandmitglied leiden (oder auch nicht), in dem er von Kvarforth einen Zungenkuss bekam. Musikalisch hat auch hier wieder alles gestimmt. Wer das Negative im Leben in musikalischer Form sucht, ist bei Shining gut aufgehoben. Seine Drohung zu jemandem im Publikum ("After the show, I´ll find you...") hat er allerdings nicht wahr gemacht, hat ihm auch sicher kaum einer abgenommen.



Direkt im Anschluss ging es grindig mit den Urgesteinen BRUTAL TRUTH aus den USA weiter. Die seit 2006 reformierte Band versprühte mächtig Energie, was man bei einem Sänger wie Kevin Sharpe (der offensichtlich auch nicht mehr der Jüngste ist) kaum glauben konnte. Am Bass übrigens Anthrax/Nuclear Assault-Gründungsmitglied Dan Lilker!


Auf SADUS hatte ich mich im Vorfeld auch sehr gefreut. Thrash auf höchstem spielerischen Niveau! Steve DiGiorgio gilt nicht umsonst als einer der besten Bassisten der Welt. Der Mann spielt nicht nur Bass, das Teil war scheinbar ein Körperteil von ihm. Ich hab noch nie jemand gesehen, der mit solch spielerischer Leichtigkeit seine Finger über das Teil flitzen lässt. Aber auch Darren Travis und Jon Allen beherrschten ihre Instrumente makellos. Für mich eigentlich schon fast headlinerwürdig.



Die nun folgenden Finnen von MOONSORROW spielten sicherlich die wenigsten Songs des Festivals, aber nur weil deren Songs meist Überlänge haben. Vielleicht sind die Songs für ein Festival dann doch etwas zu lang, auch wenn es an der spielerischen Qualität nichts zu mäkeln gab.
Der schon bei Sadus eingesetzte leichte Regen störte nicht wirklich jemand.


Mittlerweile war es schon fast 20 Uhr - Zeit für die musizierenden mexikanischen Drogenbarone BRUJERIA (jedenfalls optisch und akustisch). Es war schon verrückt, was da auf der Bühne abging. Die Band war mit Tüchern vorm Mund "getarnt" und die Sänger sprangen von einer Ecke in die andere. Interessant, wer sich unter anderem hinter den geheimnisvollen Pseudonymen verbarg. Gitarrist Hongo (rechts mit dem auffälligen Wuschelkopf) war niemand geringeres wie Shane Embury, bekannt u.a. durch Napalm Death. Bassist El Cynico ist Jeff Walker von Carcass. Als Outro lief Brujeria´s Version von Macarena:



Von ELUVEITIE hatte ich viel gelesen, aber bisher noch nichts gehört. Ihr Folkmetal konnte trotz der eher härteren Klänge der Vorbands die Leute begeistern, obwohl ich es für recht riskant hielt, eine solche Band zwischen Brujeria und Dark Funeral zu setzen. Aber die Rechnung ging gut auf. Leider waren manche Instrumente nicht wirklich zu hören. Aber ein interessanter Auftritt.


Die vorletzte Band waren die Ahrimänner aus Schweden, auch unter DARK FUNERAL bekannt. Emperor Magus Caligula war früher auch mal schlanker, oder lag es an der pentagrammverzierten Lederpanzerung? Jedenfalls waren die Schweden gut drauf und gaben Vollgas mit einem Schnitt durch ihr bisheriges Schaffen. Von Klassikern ("Open the gates") bis hin zu neueren Songs ("The Arrival of Satan's Empire") oder auch was vom letzten Album "Attera Totus Sanctus" wurde eine gute Show abgelegt. Die Zugabe war "An Apprentice of Satan" zu hören. E. M. Caligula bedankte und verbeugte sich - schon fast verwunderlich, aber bei dem Applaus auch gerechtfertigt.





Last but not least beehrte uns als letzte Band noch Zottelmeister Chris Barnes mit SIX FEET UNDER. Ich bin selbst nicht wirklich Fan von SFU, deshalb verlegten wir unseren Standpunkt dann zum Metstand. Aber was man so hörte, war präzise und hatte Groove. Für die anwesenden Death Metal Maniacs sicher ein Fest. Die hellen Schreie von Barnes gingen auch wirklich durch Mark und Bein. Ein Besuch im Zelt lehnten wir dann auch gerne dankend ab.

FAZIT
Mal wieder ein äußerst gelungenes Festival. Von den Problemen mit der Antifa und deren rechten Gegenstücke haben wir (glücklicherweise) nichts mitbekommen. Die Pfandchips waren auch nicht unbedingt praktisch. Essen und Getränke trotz Fehlen von Nagelfood gut und günstig, die Bedienungen immer zuvorkommend. Der Müllpfand wird wohl nächstes Jahr kommen, da es manche Leute scheinbar lieben, auf einer Müllhalde zu leben (und diese auch zu hinterlassen). Dabei kam der Veranstalter dieses Jahr sogar mit einem Party.San-Wandkalender und einer CD entgegen. Ich werde nächstes Jahr (hoffentlich) wieder dabei sein. Danke Jarne, Mieze, Boy!
Unsere Abfahrtszeit wurde auch auf 10.00 Uhr erstmalig vorverlegt, so daß wir die Hoffnung in einen Platz setzten, der uns näher an die Festivalarea bringt. Nach 130 km Fahrt standen wir dann endlich am Geländeeingang. Das Filzen nach Glasflaschen (die es bei uns eh nicht zu finden gab), ging schnell von der Hand. Die Security hatte mehr mit einem Bus aus Holland zu tun, der zu dieser Zeit neben uns stand. Die frühere Anfahrt hat zumindest platzmäßig nicht viel gebracht, denn wir standen da wo wir eigentlich immer standen. Natürlich ist das auch nicht sooo wild, da man dort eine Ecke vom staubigen Feldweg entfernt, und das Gelände eh in wenigen Gehminuten zu erreichen war. Nach dem Aufbau der Wochenendbehausung und unseres absolut standhaften Sonnenschirms wurden die Bändchen geholt und das erste kühle Blonde geschlürft. Erste Kommunikationsversuche in die Nachbarschaft stellten sich als Glücksfall heraus. Locke (44) und Micha (48), zwei alte Metalhasen und überaus nette Personen komplettierten unsere Wochenends-Wiesen-WG, die mit interessanten Gesprächen, dem ein oder anderen Bier und viel extremer Musik aus dem DS-Crew-Radio untermalt wurden.
Doch nun zum Festival:
Die Ansprache wollte ich dieses Jahr mal hören, ist aber leider durch leichte Verzögerung unsererseits mal wieder ins Wasser gefallen. Aber egal, die Berliner POSTMORTEM lärmten kurz darauf schon los. Man merkte, daß das Publikum heiß war, und so wurde die Band als Opener gut abgefeiert. Foto hab ich von der Band leider nicht geschossen.
Nach kurzer Umbaupause enterten die Polen AZARATH die Bühne und bliesen uns mit ihrem satanisch angehauchten Todesmetall gut um die Ohren. Hinter der Schießbude saß niemand Geringeres als Inferno von Behemoth, welcher wie auch 2 weitere Mitglieder noch in den momentan verschollenen Damnation tätig sind, bzw. waren.
Sehr technisch fielen die angetretenen PSYCROPTIC aus Australien aus. Nicht so unser Ding, doch wer auf Frickeldeath steht, hat hier sein Fressen gefunden. Drummer David Haley ist übrigens auch bei Blood Duster tätig.
Je später der Abend, desto schwärzer die Musik. DESTROYER 666 standen nun am Plan. Die ehemaligen Landsmänner von Psycroptic zeigten auch hier, wie geschwärzter Thrash der Neuzeit zu klingen hat. Ihr neues Album "Defiance" wurde auch entsprechend bedacht. An den Trommeln war auch wieder Mersus (Homicide, Zarathustra, ex-Old), also ein Mann aus deutschen Landen, zu hören.
Und schon sind wir beim Headliner. MARDUK machten ihre Ankündigung wahr, das gesamte Album "Panzer Divison Marduk" runterzurasseln. Und sie hielten Wort! Von der ersten Note an gabs Dauerfeuer. Danach war noch genug Zeit um Songs wie "Of Hells Fire" oder "The Levelling Dust" von Rom 5:12 zu spielen. Die Blutbesudelung mit dem Kelch durfte auch wieder nicht fehlen. Ein würdiger Abschluss für den Donnerstag!
Der Besuch im Zelt zu den Konservenklängen vom Hellborn Radio erwies sich als relativ kurz, irgendwie war dann doch die Luft raus. Kleiner Absacker und ab in die Waagerechte.
Samstag wurden wir in den Morgenstunden unsanft von der gnadenlosen Sonne quasi aus dem Zelt gebrannt. Eigentlich wollte ich eh SUMMERS DYING weglassen und hatte mich auf GLORIOR BELLI gefreut. Diese konnten ihre Reise nach Bad Berka allerdings wegen personellen Problemen nicht antreten. Für die Franzosen sind die Leipziger GRABAK eingesprungen. Doch irgendwie fehlte die Lust, den schattigen Pavillon zu verlassen. SOLSTAFIR war dafür jedoch fest eingeplant. Leider fingen die Isländer ein paar Minuten zu früh an, so daß ich die ersten Minuten auf dem Weg zur Festivalarea hören mußte. Die Band selbst hielt, was sie auf ihrem aktuellen, und für mich sehr starken Album "Köld" zeigten - hier wurde weniger die Keule rausgeholt, sondern eher auf epische Klangwelten gebaut. Eine gute Abwechslung - das gefiel auch dem anwesenden Publikum.
Auf DEN SAAKALDTE hatte ich mich schon sehr gefreut. Beinhaltet die Band doch Mitglieder von Shining, 1349, Koldbrann oder auch Nidingr (um mal einige zu nennen). Daß ein Auftritt von Kvarforth keine Durchnittskost ist, hatte ich schon gelesen. Um so größer war die Spannung, als die Truppe die Bühne betrat. Die Augen suchten auch nach einem Trompeter, darauf mußte man leider verzichten. Natürlich orientierte man sich beim ersten und bisher einzigen Album "All hail pessimism". Kvarforth kam mit ner Jim Beam Flasche auf die Bühne, die er dann auch noch mehrmals ansetzte. Fanfreundlichkeit des Sängers war hier nicht zu vernehmen (hatte von ihm auch keiner erwartet) und so entblößte er später seinen Oberkörper mit dem Spruch "Ihr seid alle Wichser". Ach ja, bei "La Vinteren Vare Evig" hatte er sein Ziel mit Jim Beam erreicht: Er kotzte mehrfach von der Bühne und drückte später noch eine Zigarette auf seiner Brust aus. Rein musikalisch gabs bei dem theatralischen Auftritt nix zu meckern, die Jungs verstehen ihr Handwerk.
EVOCATION, SWALLOW THE SUN, HATE ETERNAL, THYRFING und MISERY INDEX wurden gegen einen Besuch am Zelt getauscht. Es war ohnehin ziemlich heiß und etwas Ruhe vor den beiden Headlinern konnte auch nicht schaden. Nebenbei konnten wir dem ein oder anderen Festivalbesucher noch helfen, den Weg zu finden.
Pünktlich zu UNLEASHED waren wir dann wieder am Gelände. Mit einem großen Banner des Covers von "Hammer Battalion". Die Mannen um Frontmann Johnny spielten gut gelaunt auf. Beim Song "Hammer Battalion" durften sich die Fans beim Refrain beteiligen. Ein kurzweiliger Auftritt. Unleashed hätten sicherlich noch ein paar Stunden dranhängen können.
Nach 9 Jahren durfte ich endlich wieder einem SATYRICON-Gig beiwohnen. Nachdem die Bühne hergerichtet war (auffällig der Y-förmige Microständer im Logodesign), betrat die Truppe um die Hauptakteure Frost und Satyr die Bühne. Gerade die neueren Songs sind mir weniger bekannt, aber ich glaube, die sollte ich mir auch mal in die Sammlung holen. Erkannt hatte ich "K.I.N.G", "Now, Diabolical", "Den Siste" (mal wieder was in Muttersprache vom neuen Album!), "Forhekset", "Fuel for Hatred" und natürlich das unverzichtbare "Mother North" als Zugabe (wo die Anwesenden anfangs ganz in Fear-of-the-dark-Manier im Chor gesungen haben). Probleme gab es anfangs mit dem Keyboard von Jonna Nikula. Trotz Soundcheck setzte das Gerät anfangs aus. Die Roadies holten es von der Bühne, kamen kurz darauf wieder zurück - allerdings ohne Erfolg. Also wieder Stecker raus und nochmal runter von der Bühne. Satyr war davon wohl ziemlich angepisst und schleuderte den Keyboardständer hinterher. Jonna blieb in der Zwischenzeit nicht untätig und betätigte sich als Headbang-Animateurin. Der dritte Versuch mit dem Tasteninstrument bescherte glücklicherweise Erfolg und so konnte die Tastenfrau auch mitmusizieren. Am Bass spielte übrigens Anders Odden von Apoptygma Berzerk.
Der anschließende Aufenthalt im Zelt gestaltete sich wesentlich länger als am Vorabend. Man war vom Nachmittag/Abend auch gut ausgeruht.
Endspurt Samstag! Auch hier begann der Morgen wie das Aufwachen in einem Backofen. Der Besuch im Frühstückszelt gestaltete sich trotz temporärem Kaffee- und Brötchenmangel als lohnenswert, da wir dieses Jahr auf eigenes Essen verzichteten und die Preise für Essen ja auch erschwinglich waren.
HELLSAW, BENEATH THE MASSACRE, PAGANIZER und ROTTEN SOUND waren ja zumindest teilweise im Vorfeld angepeilt. Aber ich war ehrlich gesagt relativ froh, wenn ich die Sonne mied. Am Nachmittag wurde es etwas wolkiger und so war die erste Band dann ein Wiedersehen mit einem Bekannten. Kvarforth, die Zweite - her comes SHINING.
Das der Mann ja nicht gerade als Schwiegermamas Liebling durchgeht, hatte er am Vortag ja schon bewiesen. Und auch hier kam er wieder mit ner Jim Beam Buddel auf die Bühne, der Mageninhalt blieb allerdings diesmal drin. Dafür durfte ein Bandmitglied leiden (oder auch nicht), in dem er von Kvarforth einen Zungenkuss bekam. Musikalisch hat auch hier wieder alles gestimmt. Wer das Negative im Leben in musikalischer Form sucht, ist bei Shining gut aufgehoben. Seine Drohung zu jemandem im Publikum ("After the show, I´ll find you...") hat er allerdings nicht wahr gemacht, hat ihm auch sicher kaum einer abgenommen.
Direkt im Anschluss ging es grindig mit den Urgesteinen BRUTAL TRUTH aus den USA weiter. Die seit 2006 reformierte Band versprühte mächtig Energie, was man bei einem Sänger wie Kevin Sharpe (der offensichtlich auch nicht mehr der Jüngste ist) kaum glauben konnte. Am Bass übrigens Anthrax/Nuclear Assault-Gründungsmitglied Dan Lilker!
Auf SADUS hatte ich mich im Vorfeld auch sehr gefreut. Thrash auf höchstem spielerischen Niveau! Steve DiGiorgio gilt nicht umsonst als einer der besten Bassisten der Welt. Der Mann spielt nicht nur Bass, das Teil war scheinbar ein Körperteil von ihm. Ich hab noch nie jemand gesehen, der mit solch spielerischer Leichtigkeit seine Finger über das Teil flitzen lässt. Aber auch Darren Travis und Jon Allen beherrschten ihre Instrumente makellos. Für mich eigentlich schon fast headlinerwürdig.
Die nun folgenden Finnen von MOONSORROW spielten sicherlich die wenigsten Songs des Festivals, aber nur weil deren Songs meist Überlänge haben. Vielleicht sind die Songs für ein Festival dann doch etwas zu lang, auch wenn es an der spielerischen Qualität nichts zu mäkeln gab.
Der schon bei Sadus eingesetzte leichte Regen störte nicht wirklich jemand.
Mittlerweile war es schon fast 20 Uhr - Zeit für die musizierenden mexikanischen Drogenbarone BRUJERIA (jedenfalls optisch und akustisch). Es war schon verrückt, was da auf der Bühne abging. Die Band war mit Tüchern vorm Mund "getarnt" und die Sänger sprangen von einer Ecke in die andere. Interessant, wer sich unter anderem hinter den geheimnisvollen Pseudonymen verbarg. Gitarrist Hongo (rechts mit dem auffälligen Wuschelkopf) war niemand geringeres wie Shane Embury, bekannt u.a. durch Napalm Death. Bassist El Cynico ist Jeff Walker von Carcass. Als Outro lief Brujeria´s Version von Macarena:
Von ELUVEITIE hatte ich viel gelesen, aber bisher noch nichts gehört. Ihr Folkmetal konnte trotz der eher härteren Klänge der Vorbands die Leute begeistern, obwohl ich es für recht riskant hielt, eine solche Band zwischen Brujeria und Dark Funeral zu setzen. Aber die Rechnung ging gut auf. Leider waren manche Instrumente nicht wirklich zu hören. Aber ein interessanter Auftritt.
Die vorletzte Band waren die Ahrimänner aus Schweden, auch unter DARK FUNERAL bekannt. Emperor Magus Caligula war früher auch mal schlanker, oder lag es an der pentagrammverzierten Lederpanzerung? Jedenfalls waren die Schweden gut drauf und gaben Vollgas mit einem Schnitt durch ihr bisheriges Schaffen. Von Klassikern ("Open the gates") bis hin zu neueren Songs ("The Arrival of Satan's Empire") oder auch was vom letzten Album "Attera Totus Sanctus" wurde eine gute Show abgelegt. Die Zugabe war "An Apprentice of Satan" zu hören. E. M. Caligula bedankte und verbeugte sich - schon fast verwunderlich, aber bei dem Applaus auch gerechtfertigt.
Last but not least beehrte uns als letzte Band noch Zottelmeister Chris Barnes mit SIX FEET UNDER. Ich bin selbst nicht wirklich Fan von SFU, deshalb verlegten wir unseren Standpunkt dann zum Metstand. Aber was man so hörte, war präzise und hatte Groove. Für die anwesenden Death Metal Maniacs sicher ein Fest. Die hellen Schreie von Barnes gingen auch wirklich durch Mark und Bein. Ein Besuch im Zelt lehnten wir dann auch gerne dankend ab.
FAZIT
Mal wieder ein äußerst gelungenes Festival. Von den Problemen mit der Antifa und deren rechten Gegenstücke haben wir (glücklicherweise) nichts mitbekommen. Die Pfandchips waren auch nicht unbedingt praktisch. Essen und Getränke trotz Fehlen von Nagelfood gut und günstig, die Bedienungen immer zuvorkommend. Der Müllpfand wird wohl nächstes Jahr kommen, da es manche Leute scheinbar lieben, auf einer Müllhalde zu leben (und diese auch zu hinterlassen). Dabei kam der Veranstalter dieses Jahr sogar mit einem Party.San-Wandkalender und einer CD entgegen. Ich werde nächstes Jahr (hoffentlich) wieder dabei sein. Danke Jarne, Mieze, Boy!
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