Mittwoch, 26. September 2007

Review: Enslaved ~ Frost


Erschienen: 1994
Label: Osmose Productions
Line-Up: Ivar Bjørnson (Guitars & Electronics), Grutle Kjellson (Bass, Vocal and Mouthharp), Trym Torson (Drums & Perc.)


Über dieses Album noch Worte zu verlieren, ist wie Eulen nach Athen tragen - trotzdem, oder gerade deshalb wird es das erste (und nicht das letzte) Review in diesem Blog.
Nach dem epischen "Vikingligr Veldi" war die Welt gespannt, was das Dreigespann aus Haugesund Neues zu bieten hat. Enttäuscht wurde sicherlich kaum jemand, auch wenn hier die Songs kürzer wurden. Die Qualität der Produktion konnte durch Pytten und der Band um einiges gesteigert werden. Doch nun zu den Songs.


Frost: Das Album beginnt mir namensgebend frostigen Keyboardklängen, welche dann nahtlos in den metallischen Opener Loke übergehen. Und hier zeigt die Band sofort, wo der (Thors-)Hammer hängt! Auch wenn sich dieser Song anfangs verdächtig nach Doom anhört, wird man nach einer halben Minute eines Besseren belehrt. Grutle schreit hier sein Wissen über Loki, den listenreichen nordischen Gott heraus und nach ca. 2 Minuten hat Tryms Schlagzeug ziemlich zu leiden. Enslaved gehen dann vom Highspeedgeknüppel in einen langsameren, aber nicht minder harten Teil über, bei dem Trym den Drumsound mit seinen Breaks in allen Lagen austestet. Passend zur Thematik endet der Song in schallendem Gelächter. Sicher einer der kraftvollsten Songs dieser Band, der auch gerne als Opener auf Gigs genommen wird. Als nächster Song steht Fenris an, welcher mit ein paar gesprochenen Worten beginnt, und sich dann erstmal im Midtempobereich bewegt. Nach 3:30 Minuten wird das ganze dann bis zum Ende ein Mix aus Highspeed und groovenden Passagen, teilweise mit Keyboard unterlegt. Svarte Vidder wiederum zeigt anfangs, daß sich Gitarren und Keyboards sehr gut ergänzen können. Der Song ist anfangs ziemlich straight, bekommt dann einen hymnenhaften, teilweise sogar spacigen Charakter. Sollte man gehört haben. Yggdrasil kann man als Verschnaufpause ansehen, was aber nicht bedeutet, daß der Song langweilig ist. Er beginnt mit ruhigen Gitarren und Percussion, dazu gesellt sich die Maultrommel und Klargesang. Ab 1:50 Minuten, wird es metallischer doch auf Grutles Geschrei wird weiterhin verzichtet (was dem Song hier auch gut tut). Nach diesem ruhigen Zwischenspiel kommt Jotunblod. Ohne Vorwarnung das volle Brett. Kein Schnörkel. Einfach geradeaus, hart, gnadenlos. Gylfaginning knüpft daran an, ist allerdings langsamer, stampfender kommt zwischendurch fast im Doomgefilde und dreht zum Ende hin nochmal gut auf. "Draw sword, fight with the god of war: Wotan!" Der Refrain ist Programm, auch hier wird kein Ohr geschont. Schnell gespielt Grutles anfeuerndem Geschrei und Ivars sägendem Gitarrensound, endend mit marschähnlichen Drums von Trym. So stell ich mir die Musik der "Army of the Northstar" vor! Der letzte Song, Isöders Dronning, beginnt verträumt mit einem eingängigen Gitarrenriff und Keys, bleibt aber vorerst im Midtempobereich. Das Riff wird auch weiterhin beibehalten, selbst wenn die Geschwindigkeit teilweise in Raserei übergeht. Doch nach fast 8 Minuten legt sich die "Königin der Eiswüste" auch schlafen und mit ihr endet auch dieses fantastische Album.

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